Donnerstag, 10. Oktober 2024 @ echoraum, 20:00
Ludmila Frajt: Srebrni zvuci (Silver Sounds)
for String Quartet and Silver Spoons
mit Koehne Quartett
Composed in 1972, her work “Silver Sounds” for string quartet and silver spoons is paradigmatic example of Frajt’s poetics and predilection for higher harmonics and soft reverberations. There is also a strong influence of ritualistic patterns and traces of traditional music, recordings of which she collected during her whole life.

Ludmila Frajt
geboren 1919 in Belgrad in einer Musikerfamilie mit tschechischen Wurzeln, gilt als eine der vielseitigsten jugoslawischen Komponistinnen des zwanzigsten Jahrhunderts und als Pionierin auf dem Gebiet der exp erimentellen elektro-akustischen Musik in der Region. Ihr Vater, Jovan Frajt, ein begabter Geiger, Organist, Dirigent und Komponist, war der Gründer des Musikverlages Edition Frajt. Ludmila Frajt absolvierte ihre musikalische Ausbildung an der Musikakademie in Belgrad, wo sie von den berühmten Komponisten Miloje Milojević und Josip Slavenski unterrichtet wurde. Ihre Kompositionen zeichnen sich durch die sanften, lyrischen und intimen Klangwelten aus, die von einer intensiven Erforschung verschiedener Klangfarben und einer Vorliebe für experimentelle Ansätze geprägt sind. Geschickt nutzt sie die Vielfalt musikalischer Texturen und Dynamiken, um vielschichtige Atmosphären zu schaffen. Ein zentrales Thema in Frajts musikalischem Oeuvre ist die Auseinandersetzung mit dem Klang der menschlichen Stimme, insbesondere mit dem Klang von Frauenstimmen. Sie nutzte diese Elemente als Metaphern für abstrakte Konzepte wie den Klang von Silber, Glocken, Kinderspielzeug und Vogelpfeifen, was ihre Stücke mit einer tiefen symbolischen Ebene bereichert. Neben ihrer innovativen Arbeit im Bereich der Kompositionspiegeln Frajts Arbeiten auch einen starken Einfluss ritueller Muster und Elemente traditioneller Musik wider. Sie widmete einen beträchtlichen Teil ihres Lebens dem Sammeln und Erforschen dieser musikalischen Formen. Beruflich nahm Ludmila Frajt zeitlebens bedeutende Positionen ein, unter anderem als stellvertretende Musikredakteurin bei Radio Belgrad, Sekretärin des Musikkomitees des Jugoslawischen Rundfunks (JRT), sowie als Leiterin der Musikabteilung des bedeutenden Filmstudios Avala Film. [https://en.wikipedia.org/wiki/Ludmila_Frajt]
Koehne Quartett
Joanna Lewis, Violine | Anne Harvey-Nagl, Violine | Lena Fankhauser, Viola | Arne Kircher, Violoncello Das Koehne Quartett, 1987 gegründet von Joanna Lewis, zählt zu den überragenden Interpreten zeitgenössischer Musik in Mitteleuropa. Das Repertoire des Quartetts spannt einen großen musikalischen Bogen von klassischen Komponisten für Streichquartett bis zu Werken des 20. und 21. Jahrhunderts. Von Beginn an suchte das Quartett vor allem die enge Zusammenarbeit mit den Komponisten, deren Musik es spielt, um eine möglichst hohe authentische und lebendige Interpretation ihrer Werke zu erreichen. Was mit Werken Graeme Koehnes – einem der renommiertesten und facettenreichsten Komponisten Australiens – begann, setzt sich seither konsequent mit österreichischen Zeitgenossen wie Friedrich Cerha, Kurt Schwertsik, Francis Burt, Thomas Pernes, Gerd Kühr, Thomas Larcher oder Wolfgang Liebhart fort. Dieses Arbeitsprinzip des Koehne Quartetts, musikalisches Neuland gemeinsam mit dem Komponisten zu betreten, wurde durch die Teilnahme an Meisterklassen beim Alban Berg Quartett (Günter Pichler), dem Amadeus und dem Brodsky Quartett, bei Hatto Beyerle und György Kurtág wesentlich beeinflusst. Darüber hinaus arbeitet das Koehne Quartett auch regelmäßig mit internationalen Jazzmusikern wie Dave Liebman, Wayne Horvitz, Peter Herbert, Anthony Braxton, Georg Graewe, Max Nagl und Otto Lechner und mit Künstlern aus der Weltmusik wie Marcel Khalife, Marwan Abado und Dhafer Youssef.