Samstag, 18. Oktober 2025 @ echoraum, 20:00
Ensemble echo_von_nichts: CRI DE COEUR
Partizipatives Konzertformat
mit Ingala Fortagne (Sopran) | Pina Rücker (Quarzglasschalen) | Gobi Drab (Blockflöten)
CRI DE COEUR
2025 möchten wir unter dem Namen“ „Cri de coeur” ein neues Konzertformat präsentieren, bei dem die Zuhörenden den Abend aktiv mitgestalten können. Damit wollen wir eingefrorene Konzert - Rituale hinterfragen und aktueller Musik einen neuen Zusammenhang geben.
Der Ausdruck „Cri de coeur“ bedeutet wörtlich „Herzensschrei“ oder „Schrei des Herzens“. „Cri de coeur“ umschreibt eine leidenschaftliche Bitte, ein emotionales Bekenntnis, eine inständige Forderung, die aus dem Innersten einer Person kommt: mehr als nur ein einfacher Ruf oder eine Äußerung also - es ist ein Ausdruck von etwas, das das Herz oder die Seele der Person zutiefst bewegt. Wir stehen aktuell einer sich rasant und stark verändernden Welt gegenüber, die das Herz nicht mehr zur Ruhe kommen lässt. Viele sehnen sich nach Stille, Ruhe, oder aber spüren Erstarrung. In unserem Konzertabend versuchen wir jetzt, mit in einem neuen Format auf diese Situation einzugehen: Das Publikum kann beim Kauf der Eintrittskarte aufschreiben, was der/die Einzelne als “Schrei des Herzens” empfindet - ob es politische, soziale, familiäre Belange sind, ob Verlust oder Trauer, ob Freude oder Dankbarkeit - alles darf benannt werden. Die anonymen Statements werden von uns im Konzert vorgelesen und darauf wird musikalisch reagiert. Die klassische (Zuschauerraum-) Bestuhlung ist aufgehoben. Das Publikum, da es einen großen Beitrag zu dem Abend leistet, sitzt mit den Musiker:innen (auf der Bühne) und kann sich während der Performance auch frei bewegen.
● Die hierarchische Situation zwischen Musiker_innen und Publikum ist aufgehoben.
● Durch gleichwertige Impulse von Nicht-Musizierenden und Musizierenden entsteht ein Raum der Verbundenheit durch Emotion und Musik.
● Unser künstlerischer Ausdruck erzeugt eine Gemeinschaft für das (anonym) vorgetragene Gefühl des Einzelnen!
● Es entsteht ein Dialog in diesen herausfordernden Zeiten - denn was kann aktuelle Musik angesichts von steigenden vielfältigen Katastrophen anderes versuchen?
Das Repertoire für Cri de coeur umfasst aktuelle Musik, teils für unser Ensemble komponiert und Stücke aus der klassischen Moderne. Dazu werden wir als versierte Improvisator_innen die Stücke durch Echtzeitkompositionen verbinden: Tamara Friebel(AU) – a fragmented hyazinth stain 2011), Tamara Friebel (AU) – know thy swan 2022, Hannes Lingens(D) – ARCHIPEL 2022, Pina Rücker – art forms the ocean 2020, Sofia Gubaidulina – Aus den Visionen der Hildegard von Bingen 1994, Giacinto Scelsi – Three Latin Prayers 1972 u.a. Weiterhin geplant ist eine Uraufführung von Tamara Friebel: “Quartz bowls bathe the body in sound, and this new piece for soprano and Quartz bowls will explore the body as a vibration which gives and receives beyond what can be heard, and perhaps what can be felt. I will explore the feeling of being interconnected on an energetic field which may masquerade as positive vibrations, but in essence leads towards destructive thoughts, and then gradually moves towards one which is life giving in its truest sense.” T.F.
„echo_von_nichts“ (Ensemble für stille Musik)
„Every something is an echo of nothing“ (j.c.)
Diese Idee ist Ausgangspunkt für unsere Musikproduktion. Nur unter diesem Aspekt wählen wir unsere Programme aus und versuchen durch Improvisationen zwischen den Stücken, zwischen den Zeilen, eine Hinwendung in die Gegenwart des Hörers zu erzeugen. Echo_von_nichts bemüht sich immer um eine Gleichberechtigung von aktueller Musik, Auftragswerken, Anbindung an historischen Kontext und Gegenwartsbezug durch Improvisation/Livekomposition, neue Arrangements sowie Einbeziehung immer neuer Musikerkolleg_innen in die Konzertprojekte.
https://ingala-fortagne.com/echo_von_nichts/
echo_von_nichts: Die in Leipzig geborene Sopranistin Ingala Fortagne sucht seit Beginn ihres klassischen Gesangsstudiums an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy" in Leipzig und an der Hochschule für Musik und Theater „Franz Liszt" in Weimar die Ausdrucksmöglichkeiten der klassischen Sängerin zu erweitern. Egal welche Stilrichtung, welches Repertoire sie interpretiert, geht es ihr um den Ausdruck, um die Aussage. Ihre Projekte, die auch das herkömmliche Repertoire der Oper-, Oratorien- und Kammermusik mit einbeziehen, sind oft schwer einzuordnen. Sie arbeitet spartenübergreifend, um dem Musiktheater als Gesamtkunstwerk näher zu kommen. Die Kritik zu ihrer CD Obhut („… eine faszinierende Klangwelt, die zwischen avantgardistischer Experimentierfreude und meditativer Ruhe changiert.“ ORF/Ö1 2023 bescheinigt ihr einen „luziden vibratoarmer Sopran“, der es ihr ermöglicht, in vielfältigen Kontexten der aktuellen Musik zu singen.Uraufführungen u.a. von Bešlić-Gál, Friebel, Lampson,Thiele, Florey führten sie z.B. zum ECLAT Festival, Musik der Jahrhunderte in Stuttgart, in die Tonhalle MAAG in Zürich sowie zum Festival Slovo Gorcina in Bosnien.
echo_von_nichts: Pina Rücker musiziert mit Czochralskitiegeln aus Quarzglas. Diese werden in der Industrie zur Züchtung von Silizium--Schichten für Chips und Wafer verwendet. Pina hat im faszinierenden Kontext von industrieller Hochtechnologie und analogem Sinuston ein Musikinstrument entdeckt und diesem zu Akzeptanz und Einsatz in der Musikwelt verholfen. Sie entwickelt Spieltechniken - percussiv mit außergewöhnlichem sustain -, sucht musikalische Anbindungen in die experimentelle bzw. aktuelle Musik-Szene, arbeitet an Installationen. Ihre Performances sind in Kirchen, Konzerträumen, Galerien, Clubs, auf Festivals für Klassik (mdr-musiksommer, moviementos) oder experimentelle Musik (sinwald, sinusTon, ZixP, StelzenFestspiele bei Reuth), Techno (KONG, Garbicz) oder auch dem ChaosComputerClub - Congress zu hören. Sie ist Gründungsmitglied des „Ensemble Modele Reduit“, hat an sieben CD mitgewirkt, für ihr neues Instrument entstanden bis 2025 sechs Kompositionen.
https://www.pinabettinaruecker.de
Als Gast: Gobi Drab ist Blockflötistin, Performerin und Komponistin. In ihrem Repertoire verbindet sie freie Improvisation mit der Rhetorik der Alten Musik und den komplexen Strukturen der zeitgenössischen Musik. Sie hat eine besondere Vorliebe für quadratische Paetzold-Blockflöten und ein großes Interesse an zeitgenössischem Tanz. Gobi ist Mitbegründerin des Vereins "snim - spontanes netzwerk für improvisierte musik" (snim.klingt.org) und künstlerische Leiterin der Konzertreihe Neue Musik in St. Ruprecht (nmr.klingt.org). Konzerte bei Wien Modern, Huddersfield Contemporary Music Festival, Sonorities Festival Belfast, Ultima Festival Oslo, Music Unlimited Wels, Wiener Festwochen, Musikbiennale Zagreb und andere.



