Samstag, 18. Oktober 2025 @ echoraum, 20:10
noid: You’re not here
Klangprojektion
You’re not here
Ausgehend von Aufnahmen leerer Konzert- und Proberäume entsteht eine Abfolge von Stille in unterschiedlichen Lautstärken
- eine imaginäre Architektur als akustische Intervention - eine Gratwanderung zwischen Erkennbarkeit und Abstraktion - ein Nachdenken über die Voraussetzungen des Musikhörens
In „you’re not here“ beschäftigt sich noid mit Aufnahmen von leeren, unbenutzten Räumen, die in Verbindung mit seiner künstlerischen Arbeit stehen. Sein Studio am Wiener Dornerplatz ist dabei ebenso Gegenstand der Untersuchung wie das „Sculpture Center“ in New York oder der Neue Saal des Wiener Konzerthaus. noid versucht in „you’re not here“ ein imaginäres Gebäude zu konstruieren – ein offenes Gebäude mit durchsichtigen Wänden. Es geht ihm um das "wenig umgeben von nichts".

noid
"how can we compose without destroying more than we are able to evoke? how can we improvise without just repeating the same patterns (while feeling 'so free')?"
Noid (geb. 1970 in Steyr, Österreich) ist Komponist, Klangkünstler, Cellist und Improvisator. Seine Arbeit bewegt sich zwischen Musik, Klangkunst und Performance, wobei er bewusst die Grenzen dieser Kategorien hinterfragt. Sein Fokus liegt auf der Erforschung von Raumklang sowie der ständigen Auseinandersetzung mit dem Cello als Instrument und Medium. Nach ersten Cellounterrichtsstunden in der Kindheit und einem naturwissenschaftlichen Studium in Wien entdeckte er 1990 durch ein Konzert von Tom Cora and The Ex das experimentelle Cello-Spiel. In den folgenden Jahren wurde er Teil der Wiener Underground-Szene, gründete diverse Bands, tourte durch Tschechien, die Slowakei und Österreich und komponierte elektronische Musik für Tanz- und Theaterproduktionen. Seine Faszination für Field Recording begann 1994 mit seiner ersten Performance bei einem internationalen Musikfestival. Von 1994 bis 2004 studierte er an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und schloss mit einem Master in Musik und Mathematik ab. 2004 veröffentlichte er seine erste Solo-CD und realisierte seine erste Klanginstallation – seitdem arbeitet er als freischaffender Künstler mit Auftritten bei internationalen Festivals, CD-Veröffentlichungen, Auftragskompositionen und Residenzen.
Zwischen 2004 und 2015 war er Mitglied des Künstlerkollektivs kleylehof13. Ab 2007 übernahm er kuratorische und organisatorische Tätigkeiten, darunter das reheat festival (2007–2015), eine jährliche SoundArt-Ausstellung in Nickelsdorf (seit 2009) und die Performance-Reihe Der Blöde Dritte Mittwoch (seit 2012). Seit 2010 lehrt er Multi Media Art an der Fachhochschule Salzburg.
Als Performer arbeitet er regelmäßig mit Künstler:innen wie Klaus Filip, Elisabeth Schimana, Marina Džukljev, Matija Schellander, Angelica Castello, Joe McPhee, Kazuhisa Uchihashi, Susanna Gartmayer, Taku Unami, Okkyung Lee, Billy Roisz, Burkhard Stangl, Franz Hautzinger, Carl Stone und vielen anderen zusammen. Sein Werk umfasst Solo-Cello-Stücke, Band-Improvisationen, Kompositionen für Ensembles, Klanginstallationen, Tape-Stücke, Performances mit hybriden Instrumenten sowie Videos und spekulative Musikformen.